Tucholskys vermeintliches Gedicht zur höherenFinanzmathematik

Aus gegebenem Anlass, nämlich da ich das Gedicht selbst per Mail erhielt und es einen faszinierenden Fall eines "Hirnwurms" (wie ich das nennen würde) darstellt, möchte ich kurz darauf zu sprechen kommen. Besagtes, namenloses Gedicht kursiert in Foren, Mails und selbst in redaktionellen Beiträgen und beginnt so:

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
[…]

Nach kurzer Recherche stieß ich auf nachfolgende Seite, die die Hintergründe zu diesem fälschlich dem deutschen Journalisten und Schriftsteller Kurt Tucholsky zugeschriebenem Gedicht, offenbart:
Die Entstehung einer Gedicht-Legende

Die ursprüngliche Quelle dieses Gedichts dürften nämlich die Webseite der rechten "Genius-Gesellschaft" und der Verfasser Richard G. Kerschhofer (Pseudonym Pannonicus) sein:
Höhere Finanzmathematik

Es empfiehlt sich auch die "Fortsetzung" zu "Die Entstehung einer Gedicht-Legende" auf Sudelblog.de zu lesen:
Die Verbreitung einer Gedicht-Legende

Traue keiner Quelle, die Du nicht selbst gefälscht hast.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hier gibt's Cookies! Durch die weitere Nutzung der Seite (Klick auf OK, Scrollen, etc) stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen