Anonymität im Netz – Teil 2: Anonym Surfen mit Proxy-Servern

Immer identifiziert dank IP-Adresse

Um Rechner im Netz erreichbar zu machen, wird ihnen eine IP-Adresse zugewiesen. Auch technisch unversierte User können sich bspw. bei www.wieistmeineip.at sehr leicht davon überzeugen, welche das gerade ist. Es werden allerdings über den Browser viele weitere Informationen mitgeliefert, die Aufschluss über die Ausstattung des PCs und der verwendeten Software geben. www.anonym-surfen.com/anonym-surfen-test liefert sogar eine Google Maps Karte des vermuteten Aufenthaltorts mit. Mitunter ist es entweder gewünscht diese Daten zu verbergen oder zumindest die IP-Adresse zu verändern. Dabei helfen Proxy-Server.

Was Proxy-Server tun

Proxy-Server fungieren im Internet als Vermittler. Sie verarbeiten Anfragen und geben sie an andere Rechner weiter, als wären sie von ihnen selbst. Das bedeutet, dass sie einem dritten Rechner gegenüber eigenständig auftreten. Damit können sie eine Alias-Identität übernehmen. Das ist bspw. dann von Interesse, wenn sich ein User in einem Netz befindet, das ihm den Zugriff zu einem bestimmten Server verbietet. Ein Beispiel dafür wäre, wenn im Schul- oder Büronetzwerk der Zugriff auf einen Dienst wie myspace oder Facebook gesperrt ist. Proxy-Server sind umgekehrt aber auch dann nützlich, wenn der kontaktierte Server aufgrund der übermittelten IP-Adresse eine geographische Zugehörigkeit feststellen kann, die es mir nicht erlaubt, bestimmte Inhalte zu konsumieren. Bspw. ist es dem US-amerikanischen Anbieter www.hulu.com aufgrund seiner Lizenzrechte nicht gestattet, seine Inhalte außerhalb der USA zu verbreiten. Um sicher zu stellen, dass nur US-Amerikaner diese Inhalten konsumieren, blockiert der Dienst alle Nutzer, deren IPs darauf schließen lassen, dass sie nicht aus den USA kommen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Proxy-Server helfen können, die wahre Netzwerk-Identität zu verbergen bzw. eine andere anzunehmen.

Wie sie funktionieren

Es gibt mehrere Methoden, wie Proxy-Server eingesetzt werden können. Der klassische Proxy-Server wird direkt kontaktiert und läuft ab dann unbemerkt im Hintergrund. Dazu muss in der Regel im Browser aber das Proxy-Surfing aktiviert werden. Eine Anleitung gibt es bspw. unter http://anonymsurfen.net/proxy-server/15-anonyme-proxies. Der einfachere und unkompliziertere Weg einen Proxy zu nutzen ist ein so genannter Rewebber. Dabei wird eine Webseite aufgerufen, die in weiterer Folge offen bleibt und die eigentlich gewünschte Webseite ausliefert. Der User gibt dort die gewünschte Adresse ein und die Webseite liefert den Rest.

Die technisch versierteste Methode ist ein ganzes Netzwerk an Proxys einzusetzen. Dabei handelt es sich um so genanntes Onion Routing. Webinhalte werden dabei über verschiedene verschlüsselnde Proxyserver und wechselnde Verbindungen geleitet. Die Verschlüsselungen der Proxyserver garantieren, dass nur der letzte Knoten die zu sehenden Daten im Klartext erkennen kann. Die wechselnden Routen suggerieren dem Ziel-Server einen wechselnden Nutzer. Der bekannteste Onion Routing Dienst ist TOR, bestehend aus der Software und dem Netzwerk. Ähnlich dazu ist JonDo (früher JAP), das allerdings im Gegensatz zu TOR keine wechselnden sondern feste Mixkaskaden an Proxy-Servern einsetzt.

www.proxyliste.com (Liste an Proxy-Diensten)
www.proxybase.de (Liste an Proxy-Diensten)
www.tech-faq.com/proxy.shtml (Liste an Proxy-Diensten)
https://proxify.co.uk (Rewebber)
www.torproject.org (Das TOR Project)
http://anonymous-proxy-servers.net/de (Webseite zu JonDo)


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